Das Wichtigste in Kürze
- BigBlueButton 4.0.0 ist seit Mitte Oktober 2026 verfügbar, läuft auf Ubuntu 24.04 und nutzt LiveKit als Medienserver.
- Jitsi Meet kommt laut Handbuch mit 4 Kernen und 8 GB RAM aus, BigBlueButton verlangt 8 Kerne, 16 GB RAM und einen eigenen Server.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet nur Jitsi, und zwar in Chromium-Browsern und der Desktop-App.
- Für Schulen und Bildungsträger sprechen Whiteboard, Aufzeichnung und Moodle-Anbindung für BigBlueButton, für Firmen und Vereine reicht meist Jitsi.
Für Teambesprechungen, Kundentermine und Vorstandssitzungen nehmen Sie Jitsi Meet. Es läuft auf einem kleinen Server, und Gäste sind mit einem Link im Browser dabei. Für Unterricht, Schulungen und Webinare ist BigBlueButton die bessere Wahl. Whiteboard, Umfragen, Gruppenräume und Aufzeichnung sind dort ab Werk eingebaut. Dafür braucht es mindestens 16 GB RAM und acht Kerne.
Was unterscheidet Jitsi Meet und BigBlueButton?
Beide sind Open Source, laufen im Browser und lassen sich auf eigenen Servern betreiben. Jitsi Meet ist für Besprechungen gebaut, in denen alle gleichberechtigt mit Kamera und Mikrofon dabei sind. BigBlueButton versteht sich laut eigenen Release Notes als virtuelles Klassenzimmer. Dort steht eine Präsentation mit Whiteboard im Mittelpunkt, die meisten Teilnehmenden hören zu.
Jitsi veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Stable-Builds, aktuell ist 2.0.11248 vom 14. September 2026. BigBlueButton hat Mitte Oktober nach 19 Monaten Entwicklung die Version 4.0.0 freigegeben. Sie läuft auf Ubuntu 24.04, hat eine neu gestaltete Oberfläche und nutzt LiveKit als Medienserver für Ton, Kameras und Bildschirmfreigabe. Die Linie 3.0 auf Ubuntu 22.04 wird parallel gepflegt, zuletzt mit 3.0.39 am 2. Oktober.
Für einen neuen Produktivserver würde ich bei BigBlueButton im Moment noch zur 3.0 greifen oder die ersten Wartungsreleases der 4.0 abwarten. Ein Upgrade von 3.0 auf 4.0 ist laut Installationsanleitung ohnehin nicht vorgesehen, Sie setzen den Server auf Ubuntu 24.04 neu auf.
Welche Funktionen haben Jitsi und BigBlueButton im Vergleich?
„Zusatzdienst“ bedeutet in der Tabelle eine weitere Komponente, die Sie eigens installieren und betreiben.
| Funktion | Jitsi Meet | BigBlueButton |
|---|---|---|
| Teilnahme ohne Konto | Ja, Link genügt | Ja, über Gastlink des Frontends (z. B. Greenlight) |
| Whiteboard | Excalidraw, braucht eigenes Backend | Eingebaut, auf der Präsentation |
| Gruppenräume | Ja | Ja, mit Lernstatistik je Raum |
| Umfragen | Ja | Ja, mit Auswertung im Learning Dashboard |
| Geteilte Notizen | Optional über Etherpad | Ja (in 4.0 mit BlockNote statt Etherpad) |
| Aufzeichnung auf dem Server | Zusatzdienst Jibri, ein Rechner je Aufnahme | Eingebaut |
| Warteraum und Moderation | Lobby, Passwort, Stummschalten aller | Gästeverwaltung, Sperren für Zuhörende, Rollen |
| Telefoneinwahl | Zusatzdienst Jigasi plus SIP-Anbieter | FreeSWITCH plus SIP-Anbieter |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | Ja, in Chromium-Browsern und der Desktop-App | Nein, nur Transportverschlüsselung |
| Mobile Nutzung | Apps für iOS und Android | Im mobilen Browser |
Whiteboard, Gruppenräume und Umfragen
In BigBlueButton lädt die vortragende Person ein PDF oder eine Office-Datei hoch und zeichnet direkt darauf. Auf Wunsch dürfen alle mitzeichnen. Umfragen, Gruppenräume und das Learning Dashboard, das Beteiligung und Umfrageergebnisse pro Person zeigt, gehören zum Grundumfang. Version 4.0 bringt außerdem die Funktion „Request to Present“: Teilnehmende bitten um die Präsentationsrolle, Moderatoren geben sie frei. Wer möchte, stellt zudem ein, dass ein Moderator Teilnehmende nur nach deren Zustimmung entstummen darf.
Jitsi hat Umfragen und Gruppenräume ebenfalls an Bord. Das Whiteboard basiert auf Excalidraw und braucht einen eigenen Kollaborationsdienst, das excalidraw-backend. In der config.js tragen Sie dessen Adresse unter whiteboard.collabServerBaseUrl ein. Die Beispielkonfiguration begrenzt das Whiteboard auf 25 Nutzer. Für eine Skizze in der Besprechung reicht das. Wer im Unterricht auf Folien schreiben will, ist mit BigBlueButton besser bedient.
Aufzeichnung
BigBlueButton zeichnet auf dem Server auf und bereitet die Aufnahme danach als Wiedergabe im Browser auf. Bei Jitsi übernimmt das Jibri. Laut Jitsi-Handbuch braucht jede gleichzeitige Aufnahme ein eigenes System mit mindestens 8 GB RAM, und Jibri soll nicht auf dem Jitsi-Server selbst laufen. Drei parallele Aufnahmen brauchen also drei zusätzliche Maschinen. Alternativ gibt es in Jitsi eine lokale Aufnahme im Browser, die Datei liegt dann beim Teilnehmer.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Jitsi kann Ende-zu-Ende verschlüsseln. Laut Jitsi klappt das in Browsern auf Chromium-Basis ab Version 83, also Chrome, Edge, Brave und Opera, sowie in der Desktop-App. Für Safari ist die Unterstützung als experimentell markiert. Ohne E2EE entschlüsselt die Videobridge bei Gesprächen ab drei Personen die äußere Verschlüsselungsschicht im Arbeitsspeicher, um die Ströme zu verteilen. BigBlueButton nennt in seiner FAQ nur Transportverschlüsselung: HTTPS, verschlüsselte WebSockets sowie DTLS und SRTP für die Medien. Rechnen Sie außerdem damit, dass Aufzeichnung und Telefoneinwahl mit E2EE nicht zusammenpassen, denn beide brauchen auf dem Server den unverschlüsselten Ton.
Einwahl per Telefon
Für ältere Vereinsmitglieder oder Teilnehmende im Zug zählt die Telefoneinwahl. Beide Systeme beherrschen sie, brauchen dafür aber ein SIP-Konto bei einem Telefonieanbieter. Bei Jitsi installieren Sie das Gateway Jigasi (sudo apt install jigasi). Bei BigBlueButton richten Sie in FreeSWITCH ein SIP-Profil und einen Dialplan ein, Anrufende tippen dann eine fünfstellige PIN. Seit 4.0 läuft der Ton standardmäßig über LiveKit, die Einwahl in solche Räume geht dort über livekit-sip und muss eigens eingeschaltet werden. Testen Sie die Einwahl vor dem ersten echten Termin mit Ihrem Anbieter, denn manche SIP-Anbieter verlangen eigene Einstellungen für die Rufnummernübermittlung.
Welchen Server brauche ich für Jitsi oder BigBlueButton?
Beim Server liegen die beiden weit auseinander. Das verlangen die offiziellen Installationsanleitungen:
- Jitsi Meet: Debian 12 oder Ubuntu 24.04 und neuer. Das Handbuch empfiehlt meist 8 GB RAM, für kleine Besprechungen genügen 4 GB. Vier dedizierte Kerne reichen für einen einfachen Server, dazu kommen 20 GB Plattenplatz. Für eine kleine Organisation ist 1 Gbit/s Anbindung oft genug.
- BigBlueButton 4.0: Ubuntu 24.04 mit Docker, 16 GB RAM mit Swap, 8 Kerne mit hoher Einzelkernleistung, 500 GB Platz mit Aufzeichnungen oder 50 GB ohne, 250 Mbit/s symmetrisch sowie IPv4 und IPv6. Die Ports 80 und 443 dürfen von keinem anderen Webserver belegt sein. BigBlueButton gehört also auf eine eigene Maschine.
In der Firewall öffnen Sie für Jitsi TCP 80 und 443, UDP 10000 und TCP 5349 für den mitinstallierten TURN-Server coturn. BigBlueButton braucht TCP 80 und 443, UDP 16384 bis 32768 und für den eingebauten TURN-Server TCP und UDP 3478. Die Grundinstallation besteht bei beiden aus wenigen Befehlen:
# Jitsi Meet (nach Einbinden der Paketquellen von Prosody und Jitsi)
sudo apt install jitsi-meet
# BigBlueButton 4.0 mit Greenlight als Oberfläche
wget -qO- https://raw.githubusercontent.com/bigbluebutton/bbb-install/v4.0.x-release/bbb-install.sh \
| bash -s -- -v noble-400 -s bbb.example.com -e admin@example.com -g
sudo bbb-conf --check
Damit läuft ein Testserver, für den Betrieb fehlt noch einiges. Wer Teilnehmende aus Schul- oder Firmennetzen mit strenger Firewall hat, braucht einen TURN-Server, der auf Port 443 lauscht. BigBlueButton empfiehlt dafür in der Doku einen eigenen Server, weil coturn dort Port 443 exklusiv belegt. Dazu kommen Authentifizierung (bei Jitsi zum Beispiel per JWT oder Benutzerkonten in Prosody), Branding, Backups der Aufzeichnungen und Updates.
Wie viele Teilnehmer schaffen Jitsi und BigBlueButton?
BigBlueButton gibt eine klare Zahl an. Ein Server mit den Mindestanforderungen soll rund 200 gleichzeitige Nutzer tragen, und seit Version 2.5 rät das Projekt von Sitzungen mit mehr als 200 Personen ab. Für mehrere Server gibt es den Lastverteiler Scalelite. Die Last hängt vor allem an den Kameras: Eine Vorlesung mit 150 Zuhörenden und einer Kamera fordert den Server weniger als 30 Leute mit 30 Kameras.
Jitsi nennt in seiner Doku keine Obergrenze. Videobridges lassen sich horizontal ergänzen, Jicofo verteilt neue Konferenzen dann auf die Bridges. Ab 100 Teilnehmenden verlangt die Installationsanleitung höhere systemd-Limits. Eine Komponente skaliert schlecht: Der XMPP-Server Prosody nutzt nur einen CPU-Kern. Für die Bandbreite rechnet Jitsi mit 2,5 Mbit/s pro Videostrom in 720p und 500 kbit/s in 360p. Bei 20 Personen mit Kamera in 360p empfängt grob gerechnet jede Person 19 Ströme, also rund 9,5 Mbit/s, und der Server sendet etwa 190 Mbit/s. Das ist eine Obergrenze, weil Jitsi kleine Kacheln in geringerer Auflösung schickt. Bei 50 Kameras läge derselbe Überschlag schon über 1 Gbit/s. In großen Runden schalten Sie deshalb die Kameras der Zuhörenden ab oder ergänzen Bridges. Testen Sie Ihre typische Runde vorher mit echten Geräten.
Ist eine selbst gehostete Videokonferenz DSGVO-konform?
Beim Selbsthosting landen Ton, Bild, Chat und Aufzeichnungen nicht bei einem US-Anbieter, die Frage nach der Übermittlung in Drittländer stellt sich damit kaum. Automatisch DSGVO-konform ist die Konferenz trotzdem nicht. Die Datenschutzkonferenz hat in ihrer Orientierungshilfe Videokonferenzsysteme (Stand 23.10.2020) die Punkte zusammengefasst, die Aufsichtsbehörden prüfen:
- Betreibt ein Dienstleister den Server für Sie, schließen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Das gilt, wenn er nur die Technik stellt und die Daten nicht für eigene Zwecke nutzt.
- Mindestens eine Transportverschlüsselung nach den Technischen Richtlinien des BSI ist Pflicht. Bei hohem Risiko kommen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung oder ausgleichende Maßnahmen wie eine zusätzlich gehärtete Serverumgebung hinzu.
- Für Aufzeichnungen ist die Rechtsgrundlage gesondert zu prüfen. Gibt es keine besondere Pflicht zur Dokumentation, braucht es laut DSK in der Regel eine eigene Einwilligung, und die Aufzeichnung gehört in die Datenschutzinformation.
Sehen Sie sich auch die Datenflüsse an, die nicht sofort auffallen. Ein TURN-Server leitet Medienströme weiter, wenn eine direkte Verbindung scheitert, und sieht dabei die IP-Adressen aller Beteiligten. Betreiben Sie ihn selbst und in Deutschland, statt einen öffentlichen Dienst einzutragen. In der Standardkonfiguration von Jitsi steht für Gespräche zu zweit der STUN-Server meet-jit-si-turnrelay.jitsi.net, und Profilbilder kommen von Gravatar. Mit grep -n "stun:\|gravatar" /etc/jitsi/meet/*-config.js sehen Sie, was bei Ihnen eingetragen ist. Mit disableThirdPartyRequests: true und einem eigenen STUN-Server unterbinden Sie diese Abfragen.
Ist ein Raum in BigBlueButton aufzeichnungsfähig, speichert der Server Rohdaten unter /var/bigbluebutton/recording/raw/. Seit Version 2.6.9 landen Ton und Bild dort nur, während wirklich aufgezeichnet wird. Rohdaten von Sitzungen, in denen niemand auf „Aufnahme“ gedrückt hat, löscht der Server nach zwei Wochen. Einzelne Aufnahmen entfernen Sie mit sudo bbb-record --delete <meetingID>. Legen Sie fest, wie lange veröffentlichte Aufzeichnungen bleiben, denn dafür gibt es keine Standardfrist. Auch die Protokolle von nginx und Prosody enthalten IP-Adressen und gehören ins Löschkonzept.
Lassen sich Jitsi und BigBlueButton in Nextcloud, Moodle und Mattermost einbinden?
In Nextcloud gibt es für beide eine App. Die BigBlueButton-Integration von Arawa liegt in Version 2.9.4 vor und unterstützt Nextcloud 33 bis 35. Die Jitsi-Integration pflegt Nextcloud selbst. Das Projekt empfiehlt eine eigene Jitsi-Instanz, abgesichert per JSON Web Token. Was Nextcloud 35 sonst Neues mitbringt, steht in unserem Beitrag zum Nextcloud-35-Update.
In Moodle gehört BigBlueButton seit Version 4.0 zum Lieferumfang, war dort aber aus Datenschutzgründen zunächst abgeschaltet. Seit Moodle 5.3 ist die Aktivität bei Neuinstallationen ab Werk aktiv. Ohne eigenen Server gibt es laut Moodle-Doku einen kostenlosen Zugang mit höchstens 60 Minuten pro Sitzung und 25 Teilnehmenden, Aufzeichnungen verfallen dort nach sieben Tagen. Für den Schulalltag tragen Sie in den Einstellungen Adresse und Shared Secret Ihres eigenen Servers ein. Für Jitsi gibt es das Community-Plugin mod_jitsi, das laut Plugin-Verzeichnis Moodle 4.4 bis 5.3 unterstützt.
Für Mattermost gibt es Plugins für beide Systeme. Das Jitsi-Plugin pflegt die Community, die letzte Version stammt von Juni 2025. Das BigBlueButton-Plugin hat seit 2022 kein Release mehr bekommen. Weil Mattermost 12 Web-App-Plugins sperren kann, die nicht für die neue Version gebaut sind, testen Sie beide vorher auf einer Kopie.
Ist Nextcloud Talk eine Alternative?
Wenn Sie ohnehin Nextcloud nutzen, ja, für kleinere Runden. Talk ist Chat und Videokonferenz in einem, mit Gruppenräumen, Umfragen und Gästelinks. Aktuell ist Talk 25.0.6 für Nextcloud 35 vom 15. Oktober 2026. Ohne Zusatzdienst laufen die Verbindungen direkt zwischen den Teilnehmenden. Die Talk-Dokumentation hält dann etwa 20 Personen für möglich, wenn alle schnelle Leitungen haben und die Kamera auslassen. Mit dem High-Performance-Backend schafft Talk typischerweise 30 bis 50 aktive Teilnehmende und Hunderte, die nur zuschauen. Erst dieses Backend bringt auch die Telefoneinwahl per SIP. Für Aufzeichnungen gibt es einen eigenen Recording-Server.
Jitsi oder BigBlueButton: Was passt zu Unternehmen, Vereinen und Schulen?
- Unternehmen mit internen Besprechungen und Kundenterminen: Jitsi Meet. Gäste klicken auf den Link und sind ohne Konto dabei, die Apps laufen auf Smartphones, E2EE ist für vertrauliche Gespräche verfügbar. Arbeiten Sie ohnehin in Nextcloud, kommt auch Talk infrage, für größere Runden mit High-Performance-Backend.
- Vereine: Jitsi Meet auf einem kleinen Server, gern mit Telefoneinwahl über Jigasi für Mitglieder ohne Laptop. Für Mitgliederversammlungen mit vielen Teilnehmenden lassen Sie nur Vorstand und Redner die Kamera einschalten.
- Schulen, Volkshochschulen und Bildungsträger: BigBlueButton. Whiteboard auf Folien, Umfragen, Gruppenräume und Learning Dashboard sind ohne Zusatzdienste dabei, und Moodle bringt die Anbindung schon mit. Den größeren Server müssen Sie dafür einplanen.
- Webinare mit Aufzeichnung: BigBlueButton, weil die Aufzeichnung ohne zusätzliche Rechner auskommt.
Sie können beide Systeme auch nebeneinander betreiben, etwa Jitsi für die Verwaltung und BigBlueButton für den Unterricht. Wie solche Dienste in eine eigene, unabhängige IT passen, beschreibt unser Beitrag zur digitalen Souveränität im Mittelstand.
ACONA betreibt Jitsi Meet und BigBlueButton auf Servern in Deutschland, kümmert sich um Updates und Backups und schließt mit Ihnen den Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Welches System zu Ihrer Teilnehmerzahl passt, klären wir in einem kostenlosen Erstgespräch von 20 Minuten. Schreiben Sie uns dafür über die Kontaktseite.
Häufige Fragen
Kann ich Jitsi Meet und BigBlueButton auf demselben Server betreiben?
Davon ist abzuraten. BigBlueButton verlangt, dass die Ports 80 und 443 nicht von einem anderen Webserver belegt sind, und rechnet mit 16 GB RAM und acht Kernen für sich allein. Jitsi bringt seinen eigenen nginx und Prosody mit. Betreiben Sie beide Systeme deshalb auf getrennten Servern oder virtuellen Maschinen.
Brauche ich für eine selbst gehostete Videokonferenz einen eigenen TURN-Server?
Sobald Teilnehmende aus Netzen mit strenger Firewall kommen, etwa aus Schulen, Behörden oder Hotels, ja. Der TURN-Server leitet Ton und Bild über Port 443 weiter, wenn direkte UDP-Verbindungen scheitern. Betreiben Sie ihn selbst, damit IP-Adressen nicht bei einem fremden Dienst landen. BigBlueButton empfiehlt dafür eine eigene Maschine.
Ist Jitsi Meet Ende-zu-Ende-verschlüsselt?
Auf Wunsch ja. Sie schalten E2EE in der laufenden Konferenz über das Menü ein, wenn alle Teilnehmenden einen Chromium-Browser wie Chrome oder Edge oder die Desktop-App nutzen. Ohne E2EE sind die Verbindungen transportverschlüsselt, die Videobridge entschlüsselt dann aber die äußere Schicht im Arbeitsspeicher, um die Ströme zu verteilen.
Wie viele Personen passen in eine BigBlueButton-Konferenz?
Das Projekt empfiehlt, einzelne Sitzungen auf 200 Personen zu begrenzen. Ein Server mit acht Kernen und 16 GB RAM soll rund 200 gleichzeitige Nutzer tragen, verteilt auf alle Räume. Entscheidend ist, wie viele Kameras laufen. Wird es mehr, verteilt der Lastverteiler Scalelite die Sitzungen auf mehrere Server.


